Ein Helferlein steht im Walde…

…oder „unser erster Workingtest“

Am 27.10. war es also endlich soweit.

Der erste Spaßworkingtest in der Schnupperklasse stand, für meine Mutter als Hundeführerin und Luke, unserem schwarzen Flattier vor der Tür.

Wir d.h. mein Vater, meine Mutter, Luke und Ich hatten uns bereits am Freitag auf den Weg vom nordischen Flachland ins hessische (ja für mich waren DAS schon Berge) Bergland gemacht.
Denn schließlich stand nicht „nur“ der WT im Vordergrund, sondern auch das Wiedersehen mit lieben Freunden.

Vorallem die Zusammenführung von dem Molch, Celtic und der Schnappschildkröte. 🙂

Es riecht soooo gut….

„Ey, DU, meinst du MICH?“

„Keine Angst Frauchen, ich find das Säckchen schon.“

Nachdem Mensch & Hund mit Spaziergang (geografische Veränderungen mussten von uns Flachlandindianern dabei erstmal verarbeitet werden) und Daniela´s leckerem, selbstgemachten Apfelkuchen 😉 schon einen schönen Freitag verbracht hatten, krönte das Abendessen im Cornberger Kloster  schließlich den Tag und Abend.

Am Samstagmorgen staunten wir alle dann nicht schlecht…

SCHNEE…es lag doch tatsächlich Schnee (!!!), bzw. nein er lag da nicht nur so rum, er purzelte die ganze Zeit weiter in netten Böen vom Himmel.
Damit hatte wirklich niemand gerechnet. Das sollte übrigens nicht das letzte Mal an diesem Tag sein, dass ich mir meine Aigle-Stiefel herwünschte.
Aber es nützte alles nichts, das Wetter musste man nehmen wie es ist, schließlich gibt´s ja kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, nicht wahr 😉 ?
Gegen 8.30Uhr trafen wir dann bei Ivonne, welche für diesen klasse Spaßworkingtest verantwortlich war, in Burghaun ein.

Auf geht´s zum Start. Man beachte das Rotkäppchen 🙂

Nach der Anmeldung der Starter und der Begrüßung & Vorstellung der beiden Richterinnen, Angelika Evans & Heike Rohm durch Ivonne, ging es ohne Umwege, durch das Schneegestöber, ab ins Gelände.

Wer sich spätestens jetzt fragt, was ein Workingtest, kurz WT, überhaupt ist, bekommt nun eine kleine Erklärung;

– Ein WT Ist eine Apportierprüfung mit Dummies bei der jagdliche Situationen nachgestellt werden. Feste Prüfungsaufgaben gibt es nicht. Die Aufgaben werden von den Richtern festgelegt, was die Teilnahme enorm spannend macht. Gerichtet wird üblicherweise in drei Klassen (Anfänger, Fortgeschrittene, Offeneklasse).

Auf dem Weg zur ersten Aufgabe. Frei nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“.

Hier kam dann auch meine Stunde. Eigentlich wollte ich den Workingtest nutzen um mal die extra ausgeliehene Canon von meinem Freund auszuprobieren. Da mein Vater aber als Helfer nicht in Frage kam, denn dieser war schon für die Betreuung des Schnappschildkröten-Teams engagiert, und es noch jemand gebraucht wurde, kam ich wie die Jungfrau zum Dummy. Bitte nicht falsch verstehen, ich liebe Dummies genauso sehr wie wohl manch Retriever, und auch die Apportarbeit ist mir nicht fremd, aber dann so plötzlich mitten drin zu stecken, erzeugte auch in mir eine gewisse Nervosität.
Nachdem ich mit den Worten „kannst du werfen?“
(klar kann ich werfen, wenn was an Sport, dann werfen 😀 )
herzlich begrüßt wurde, wurde ich auch schon umgehend von Heike eingewiesen.

Plötzlich fand ich mich also mit 10 Dummies je 500g in der linken Hand haltend, und mitten auf einem durch Schnee aufgematschten Feld stehend wieder. Hatte ich schon mal erwähnt das ich meine Aigle Stiefel vergessen hatte *g* ?

Meine 1. Aufgabe bestand darin, nach Signal der Richterin eine Markierung (inklusive Geräusch „brrrr“) für die Fortgeschrittenen zu werfen. Was soll ich Euch sagen, ich hatte zum Glück nur einen Dummy versemmelt, und merkte recht schnell, dass es zwar wettertechnisch echt ungünstig für mich stand, ich ABER die beste Sicht auf die arbeitenden Hunde hatte. Und das erwärmt einen wirklich das Retrieverherz!

Nachdem wir mit den Fortgeschrittenen im Feld fertig waren ging es mit Heike Rohm, ab zur nächsten Aufgabe in den Wald. Während dem kleinen Fussmarsch tauten dann auch meine Zehen wieder auf und alles war gut. Die 2. Aufgabe bei Heike, für die Fortgeschrittenen führte mich, als Helferlein, über einen kleinen Bachlauf in mein nächstes Wirkungsgebiet. Wieder war es Aufgabe eine Markierung zu werfen, und hey, kein einziger Dummy landete im Baum!

Mein Wirkungsgebiet III

Kaum mit der 2. Aufgabe fertig ging es umgehend zum 3. Wirkungsgebiet, welches erstmal von mir erklommen werden wollte. Also hieß es für mich, da wo die Dummies hochkommen, komme ich auch hinter her. Aber mal unter uns, das hat wirklich Spaß gemacht, man wird irgendwie wieder ein bißchen zum Kind, welches durch den Wald tobt. Nachdem ich diesmal ein wenig unter Anweisungsmissverstädnis leidete, und Heike mich noch mal korrigieren musste, ging auch die 3. Aufgabe für die Fortgeschrittenen über die Bühne. Ich wollte meinen Posten schon verlassen, und freute mich ein bißchen über einen heißen Kaffee, wurde mir von den Anfängern ein kleines Strichlein durch meine naive Rechnung gemacht 🙂 Natürlich sollten die auch noch arbeiten.

Also hieß es die 1. Aufgabe bei Heike Rohm für die Anfänger.

(Grafik gehört dem Grobmotoriker-Team, vielen Dank!)

Man ging mit dem Hund bei Fuß ein Stück den Weg entlang, bis links eine Markierung im Wald fiel; man drehte sich um und schickte den Hund in eine kleine Suche;  danach durfte die Markierung geholt werden. (vom Grobmotoriker-Team gemobst)

Nachdem die Anfänger fertig waren, gab es endlich eine kleine „Aufwärmpause“ und ich bekam das erste Mal so halb etwas von Luke´s und meiner Mutter´s Erfolgen mit. Die Beiden haben sich für ihr erstes Mal sehr gut geschlagen, natürlich gibt es noch Dinge an denen gearbeitet werden muss, aber das liegt zum Glück ja am Menschen und nicht am Hund 🙂

Hier seht ihr es nochmal…es hat wirklich geschneit!

Gute Sicht ist alles…Das Schnappschildkröten-Team kurz vor ihrer 3. Aufgabe

Aufgabe 3 in der Schnupperklasse bei Heike Rohm

-Wartezone-

Aufgewärmt und endlich auch mal ein bißchen fotografiert ging es für mich zur letzten Aufgabe, als Helferlein.

Aufgabe 4 für die Anfänger

Hangaufwärts fiel eine Markierung; der/die Hundeführer/in drehte sich um 180°, die Helferin (it´s me) entfernte sich und ging außer Sicht.
HF dreht sich wieder zurück und schickt.

(Grafik gehört dem Grobmotoriker-Team, vielen Dank!)

Diese letzte Aufgabe verlangte auch von mir ALLES ab 🙂 Erstmal musste ich den wirklich steilen, mit rutschig, nassen Blättern übersäten Hang hinauf (inkl.Dummies). Schließlich an meinem „sicheren“ Plätzchen angekommen, sollte ich nun ja nicht stehen bleiben, auch das wäre schon eine Herausforderung gewesen, sondern sollte mich, als Helfer, nach der Markierung auch noch außer Sichtweite bringen. Was soll ich sagen, auch hier hatte ich trotzdem meinen Adrenalinunterstützen Spaß. An einem Wald aufzuwachsen hat halt doch so manche Vorteile 🙂 . Mit dem Ende dieser Aufgabe endete auch der offizielle Teil des Spaßworkingtests. Alle 23 Teams machten sich, mit einem leichten Umweg, auf zur Spaßaufgabe.

Ich glaube der „Berg“ zur Spaßaufgabe, war der Größte und Steilste überhaupt…Vorteil war aber definitiv die aufkommende Innerewärme. Nachdem sich die Mensch-Hund-Teams brav in Linie gebracht hatten ging es mit der Spaßaufgabe los. Angelika, Heike & Ich hatten die Aufgabe, mittels TABU-Karten Begriffe zu erklären. War der Begriff erraten, flog eine Markierung und die Hunden durften der Reihe nach geschickt werden. Auch wenn ich diesen Tag das 2.Mal auf einem matschigen Feld stand, und wieder meinen Aigle-Stiefeln hinterhertrauerte, war das Begriffe erklären eine durchaus amüsante Angelegenheit.

Abschlussgruppenfoto

Anke, Heike, Ich, die TABU-Karten & der Quiiiiiietschie

Auf dem Weg ins Warme

Die Retrieverkarawane

…ob ihr es nun glauben wollt oder nicht, aber als wir uns auf den Rückweg machten, hatte es bereits aufgehört zu schneien und hinter uns riss der Himmel auf und die Sonne trat hervor. Dazu sag ich nur LMaA liebe Sonne, wir hatten auch ohne dich ein riiiiiesen Vergnügen!!! Einen ganz, großen Dank an Alle die für dieses schöne Erlebnis verantwortlich waren, besonderen natürlich an Ivonne, die alles organisiert, und uns auch zum Abschluss Unterschlupf in ihren Vierwänden gegeben hatte. Gekrönt wurde das Ganze übrigens noch von einer obergeilen Tombola!

Last but not least gehen die gesamten Einnahmen von ca. 800€ an VITA e.V. !

Ich freue mich schon auf nächstes Jahr, entweder wieder als ambitionierte Helferin oder aber vlt. sogar als Starterin 🙂

Weitere Berichte:

Von Ivonne (Organisatorin)

Von Anke (Grobmotoriker-Team)

Von Jens (Molch-Hüter)

Über WahnsinnsHundeTraining

Zertifizierte Hundetrainerin von Lübeck bis Fehmarn. Durch die Tierärztekammern S/H seit August 2016. http://wahnsinnshunde-training.com Zeige alle Beiträge von WahnsinnsHundeTraining

10 responses to “Ein Helferlein steht im Walde…

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